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The Tao of Dào

Der Weg des Dào

The Unfathomable Revelation of Nothingness.

Die unergründliche Offenbarung des Nichts.

 

Systematic Analysis

© hilmar alquiros, 2019

 

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01 The Mystical Way

a 01-06 Inconceivable Dào 

 

A Dào you can explain

is not the timeless Dào.

Concepts you can conceive

are not the timeless concepts.

World's beginning is inconceivable,

conceivable only as everything's origin. 01,01-06

 

[ In this main chapter about the Dào, Lǎozĭ used the two meanings of Dào as a pun to introduce his agnosticism, which, so early on, is only comparable to the Rigveda and to Protagoras.

[ Inconceivable Dào: Since "Dào" is a mere auxiliary designation for the unfathomable, that timeless transcendent primordial basis of all being and non-being, it cannot be explained in principle.

[ Accordingly, comprehensible concepts cannot be timeless for that unfathomable original beginning, because this ultimate original beginning of being from non-being and non-being from transcendent nothingness is unintelligible.

[ The Question of Being "Why is something and not nothing?" Leibniz remains timelessly metaphysical: the unfathomable can only be set as the origin of all forms of being abstractions, things, events, living beings. 01,01-06

[ To explain means to situate in time and space, which is thus feasible with phenomena within our limited spacetime.

 Outside space and time, beyond the realm of reality, any claim to situate something ends up in the imaginary, inconceivably timeless abyss of absolute nothingness. 01,01-02

[ Correspondingly, within the subjective world of consciousness, the principle of naming as designation is suspended. Concepts of the inconceivable transcendence are vain un-words for imaginary timelessness; designations are only of use since the point at which nothingness emerged into any sort of beingness within spacetime. 01,03-04

 

[ Time started simultaneously as a projection of spacetime, hence time 'zero' is not understandable intellectually, but imaginable only as the primordial mother of 'every-thing'. 01,05-06

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

01 Der Mystische Weg

a 01-06 Unbegreifliches Dào 

 

Kann man Dào erklären,

ist es nicht jenes zeitlose Dào.

Kann man Begriffe begreifen,

sind es nicht jene zeitlosen Begriffe.

Unbegreiflich ist der Uranfang der Welt,

begreiflich nur als aller Dinge Ursprung. 01,01-06

 

[ Lǎozĭ nutzte in diesem Hauptkapitel über das Dào die beiden Bedeutungen von Dào als Wortspiel, um seinen Agnostizismus einzuführen, der so früh nur mit dem Rigveda und mit Protagoras vergleichbar ist:

[ Unbegreifliches Dào: Da „Dào“ eine bloße Hilfs-Bezeichnung für das Unergründliche ist, jenen zeitlos transzendeten Urgrund allen Seins und Nichtseins, kann es prinzipiell nicht erklärbar sein.

[ Entsprechend können begreifbare Begriffe nicht zeitlos für jenen unergründlichen Uranfang sein, denn dieser ultimative Uranfang des Seins aus dem Nichtsein und des Nichtseins aus dem transzendenten Nichts ist inintelligibel.

[ Die Seinsfrage „Warum ist Etwas und nicht etwa Nichts?“ Leibniz bleibt zeitlos metaphysisch: das Unergründliche kann bloß als aller Seinsformen Ursprung Abstraktionen, Dinge, Ereignisse, Lebewesen gesetzt werden. 01,01-06

[ Erklären meint einordnen in Zeit und Raum, so machbar mit Phänomenen innerhalb unserer begrenzten Raumzeit.

 Außerhalb von Raum und Zeit, jenseits des Reiches der Realität, endet jeglicher Anspruch, etwas in den imaginären, unvorstellbar zeitlosen Abgrund des absoluten Nichts einzuordnen. 01,01-02

[ Dazu korrespondierend, wird innerhalb der subjektiven Welt des Bewusstseins das Prinzip des Benennens als Bezeichnen außer Kraft gesetzt. Begrifflichkeiten zur unvorstellbaren Transzendenz sind eitle Un-Wörter für die imaginäre Zeitlosigkeit; Bezeichnungen sind nur von Nutzen, seitdem das Nichts hervortrat in jegliche Seiendheit innerhalb der Raumzeit. 01,03-04

[ Die Zeit begann gleichzeitig als Projektion der Raumzeit, daher ist die Zeit Null verstandesmäßig nicht zu begreifen, sondern nur vorstellbar als Urmutter aller Dinge. 01,05-06

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

01 The Mystical Way

b 07-10 Mystery and Surface

 

Therefore: Without permanent desire,

contemplate its deep secret;

with permanent desire,

contemplate its limitations. 01,07-10

 

 When our consciousness is freed from desires, we behold and consciously perceive the subtleties and the mystery in the depths.

 

01 Der Mystische Weg

b 07-10 Mysterium und Oberfläche

 

Daher: Ohne ständiges Begehren

erschaue sein Geheimnis,

mit stetem Begehren

erschaue seine Begrenzungen. 01,07-10

 

 Wenn unser Bewusstsein befreit ist von den Begehrlichkeiten, erschauen wir und nehmen bewusst die Feinsinnigkeiten und das Geheimnis in der Tiefe wahr.

 

 

01 The Mystical Way

c 11-15 Common Origin: The Gate to all Secrets

 

 

Darkness' even deeper darkness –

all mysteries' gate. 01,14-15

 

[ The darkest of all darkness – this color of infinity; the last possible gate to 'Absolute Nothingness'... to the creative potential of transcendent Dào.

 

 

01 Der Mystische Weg

c 11-15 Gemeinsamer Ursprung: aller Geheimnisse Pforte

 

Der Tiefe immer Unergründlicheres –

aller Geheimnisse Pforte. 01,14-15

 

[ Das Dunkleste alles Dunklen diese Farbe der Unendlichkeit; das letztmögliche Tor zum absoluten Nichts ... jenem schöpferischen Potential des transzendenten Dào.

 

 

02 The Unity of Opposites

a 01-02 Gegensätze kennen

 

[ Dào as the unity of all opposites is ultimately symbolized in the ancient Yin and Yang symbol 太極圖 Tài jí tú: flowing into each other in a complementary and dynamic fashion.

 

 

02 Die Einheit der Gegensätze

a 01-02 Gegensätze kennen

 

[ Dào als die Einheit aller Gegensätze wird letztgültig im uralten Yin-Yang-Symbol 太極圖Tài jí tú symbolisiert: komplementär und dynamisch ineinander fließend.

 

 

 

02 The Unity of Opposites

b 03-08 Complementarity

 

 ... Being and nothingness mutually generate. 02,03

 

[ The same primordial principle, Heraclitus's  enantio-dromia everything flows, changes and reversibly turns into its opposite dominates the universe of reality, on the one hand, and the world of reality perception, on the other.

[ This principle describes the Dào in its duality of being and nothingness, ontologically in space and time, as well as for intellectual and emotional consciousness.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

02 Die Einheit der Gegensätze

b 03-08 Gegenseitige Ergänzung

 

 ... Sein und Nichts erzeugen einander. 02,03

 

[ Das gleiche Urprinzip, Heraklits Enantiodromie  alles fließt, wandelt und verwandelt sich umkehrbar in sein Gegenteil  beherrscht das Universum der Realität einerseits und die Welt der Realitätswahrnehmung andrerseits.

[ Dieses Prinzip beschreibt das Dào in seiner Dualität von Sein und Nichts, ontologisch in Raum und Zeit wie auch für das intellektuelle und emotionale Bewusstsein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

02 The Unity of Opposites

c 09-16 Without Interfering, without Possessing, without Accumulating

 

[ The fundamental Dàoist concept of 無為 wú wéi as effortless action is based on the principle of 自然 zì rán "of itself so", thus "naturally; spontaneously": in individual life as well as in governing a state.

 

 

Hence: Wise men stay non-interfering in affairs,

 

and practise teaching without words. 02,09-10

 

...

They accomplish their tasks without dwelling on it. 02,09-15

 

 

[ Consequently, practicing Dào means interfering as little as possible in the harmony of Nature and her intrinsic, immanent power of self-regulation. 02,09-10

 

[ Both, Dào and Sages, are wordless teachers, impartial and non-interventive 02,10-13, selfless fulfillling their tasks, but never dwelling on it, 02,14-16 they fulfill their tasks but do not rest on their laurels!

 

 

02 Die Einheit der Gegensätze

c 09-16 Ohne Eingreifen, ohne Besitzen, ohne Aufhäufen

 

[ Das fundamentale Dàoistische Konzept des 無為 wú wéi als müheloses Handeln basiert auf dem Prinzip des 自然 zì rán "von selbst so", somit "natürlicherweise; spontan": im individuellen Leben ebenso wie im Leiten eines Staates.

 

Daher verbleiben weise Menschen in allen Angelegenheiten

ohne eingreifendes Handeln, üben die Lehre ohne Worte. 02,09-10

...

Sie vollbringen Aufgaben, doch verweilen nicht dabei. 02,09-15

 

[ Konsequenterweise bedeutet das Praktizieren des Dào so wenig wie möglich einzugreifen: in die Harmonie der Natur und ihrer intrinischen, immanenten Kraft der Selbstregulierung. 02,09-10

[ Beide, Dào und Weise, sind wortlose Lehrer, unparteiisch und nicht-eingreifend 02,10-13, selbstlos erfüllen sie ihre Aufgaben, doch pochen sie niemals darauf, 02,14-16 vollbringen, doch ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus!

 

 

03 Simplicity

a 01-06 Avoid Glorifying, Overestimation and Ostentation

 

 The basic Dàoist principles are universal: they hold true for inanimate and animate systems, simple and complex forms of life, soulless beings and beings endowed with souls, and for individual and society.

 

 

03 Schlichtheit

a 01-06 Vermeide Verherrlichung, Überschätzung und Zurschaustellung

 

 Die daoistischen Grundprinzipien gelten universell: gleichermaßen für unbelebte wie belebte Systeme, ein-fache und komplexe Lebensformen, seelenlose und beseelte Wesen, und für Individuum und Gesellschaft.

 

 

03 Simplicity

b 07-11 The Alleviation of Desires

 

 Therefore, wise men's governing will ... 03,07

 strengthen their core. 03,11

 

[ In order to prepare the transfer of Dàoist insights onto the level of sagacious rulers, Lǎozĭ reveals the essential traps for the human heart: desire and covetousness, wise governance, on the other hand, strengthens the core and promotes Inner Power.

 

 

 

 

 

 

 

 

03 Schlichtheit

b 07-11 Linderung der Begierden

 

Daher wird des Weisen Regieren ... 03,07

ihre Mitte stärken. 03,11

 

[ Um die Überführung der daoistischen Einsichten auf die ebene des weisen Herrschers vorzubereiten, legt Lǎozĭ die wesentlichen Fallen für das menschenliche Herz offen: Begehrlichkeit und Habsucht; weises Regieren stärkt dagegen den Kern und fördert die Innere Kraft.

 

 

 

 

 

 

 

 

03 Simplicity

c 12-15 Acting without Interference

 

To act without interfering

leaves nothing undone. 03,12-15

 Non-interference means acting without acting: sagacious rulers trust in the fundamental Dàoist concept of 無為 wú wéi, ch. 02 as the effortless way to let nothing undone. 03,12-15

 

03 Schlichtheit

c 12-15 Handeln ohne einzugreifen

 

Handeln ohne einzugreifen

lässt alsdann nichts unerledigt. 03,12-15

 Nicht-Eingreifen meint handeln ohne zu handeln: verständige Herrscher vertrauen in das grundlegende daoistische Kenzept des 無為 wú wéiKap. 02 als mühelosen Weg, nichts ungetan zu lassen. 03,12-15

 

04 The Inscrutability of Dào

a 01-04 Dào: Empty Fullness and Prime Cause

 

Dàolike pouring out, however, in use,

likely not to fill.

Abysmally deep, oh,

seemingly all beings' prime cause.

 

[ Dào as a paradoxical polarity stands for “the emptiness of infinite potentiality." Simon

[ The transcendental part of Dào beyond the border of singularity, Nothingness!, means at the same "time" the ultimate potentiality.

[ As the vacuum within the existing universe is already a plethora of virtual shortest-term beings, the creative emptiness in the imaginary realm of nothingness is all the more so infinitely overflowing. Yet this formless void is never to be "filled" or to exhaust  wisely yearning for “time-wise” Being. 04,01-02

 

[ The primordial breaking of the symmetry of the grand unity of being and non-being emerged from the purest potentiality.Seeming absolutely inconceivable in its profundity, all being's prime cause is designated by all creatures as the most ancient ancestor: "time-wisely" yearning for timeless Non-being.

 

04 Die Unergründlichkeit des Dào

a 01-04 Dào: Leere Fülle und Urgrund

 

Dàowie sich ergießend, doch im Gebrauch

wohl nicht zu füllen.

Abgründig tief, oh,

anscheinend aller Wesen Urgrund.

 

[ Dào als paradoxe Polarität steht für die „Leere unendlicher Potentialität." Simon

[ Der transzendente Anteil des Dào jenseits der Singularitätsgrenze, das Nichts!, bedeutet gleich-"zeitig" die letztgültige Potentialität.

[ Wie das Vakuum innerhalb des existierenden Universums bereits ein Füllhorn ist an virtuellen kürzestzeitigen Seienden, umso mehr ist die schöpferische Leere im imaginären Reich des Nichts unendlich überfließend. Doch ist diese formlose Leerheit niemals zu "füllen" oder zu erschöpfen - sich weise sehnend nach "zeit-weisem" Sein. 04,01-02

[ Der ursprüngliche Symmetriebruch der grossen Einheit von Sein und Nicht-Sein trat hervor aus reinster Potentialität. Anscheinend abgründig unbegreiflich in seiner Tiefgründigkeit, wird der Urgrund allen Seins von all den Geschöpfen als ältester Ahnherr bezeichnet: sich "zeit-weise" sehnend nach zeitlosem Nicht-Sein. 04,03-04

 

04 The Inscrutability of Dào

b 05-08 Harmonization

It blunts their sharpness,

dissolves their entanglement,

softens their glare,

becomes one with their dust. 04,01-08; 04,05-08 = borrowed from ch. 05

 

[ The balancing and redeeming essential characteristic of Dào is elucidated by four illustrations: Sharpness, entanglement, shine, and 'non-Oneness' are relieved by the gentleness of Dào towards the originally unbroken symmetry.

[ All objects and all created beings will be released into Dào’s oneness with their star dust and earthly dust, back to the roots, to the comfort and care of Nothingness, of the synthesis of creator and created. v. Strauß 1870 p. 25

 

 

04 Die Unergründlichkeit des Dào

b 05-08 Harmonisierung

Es mildert ihre Schärfe,

entwirrt ihre Verwicklung,

mildert ihren Glanz,

wird eins mit ihrem Staub. 04,01-08; 04,05-08 = entlehnt von Kap. 05

 

[ Der ausgleichende und erlösende Wesenszug des Dào wird in vier Veranschaulichungen erläutert: Schärfe, Verwicklung, Glanz und Nicht-Einssein werden mittels der Sanftheit des Dào befreit zur ursprünglich ungebrochenen Symmetrie hin.

[ Alle Dinge und alle Geschöpfe werden befreit in des Dàos Einssein mit ihrem Sternenstaub und ihrem irdischen Staub, zurück zu den Wurzeln, zur Geborgenheit des Nichts, einer Synthese von Schöpfer und Geschöpf. v. Strauß 1870 p. 25

 

04 The Inscrutability of Dào

c 11-12 Heaven's Prelude

 

Concealed, oh,

it seems to 'exist' as pure possibility.

Whose child it be? I do not know:

evidently the prelude to the 'Lord' of Heaven! 04,09-12

 

 The potentiality of Nothingness is already 'dreaming' of the possibility of Something. Even this once highest god , the 'Lord of Heaven', has Dào as its precursor: agnostic honesty worships the nameless, 'time-less', inconceivable Dào, the heavenly prelude to all 'created' conceived! creators.

 

04 Die Unergründlichkeit des Dào

c 11-12 Des Himmels Vorspiel

 

Verborgen, oh,

es scheint zu 'existieren' als bloße Möglichkeit.

Wessen Kind? Ich weiß es nicht:

offenbar des Himmelsherrn Vorspiel! 04,09-12

 

 Die Potentialität des Nichts 'träumt' breits von der Möglichkeit von Etwas. Sogar dieser einst höchste Gott , der 'Herr des Himmels' hat Dào als seinen Vorläufer: agnostische Ehrlichkeit verehrt das namenlose, 'zeit-lose', unbegreifliche Dào, das himmlische Vorspiel zu allen 'erschaffenen' erdachten! Schöpfern.

 

05 Creative Emptiness

a 01-04 Straw Dogs

 

Heaven and Earth are not 'humane

for all creatures are regarded as 
straw dogs to sacrifice.
05,01-02

 

[ As a rule for social compatibility, Confucius's 孔夫子 Kǒng fū zǐ humaneness rén is anthropocentric, hence biased, and not as universal as the Dào.

 

[ All creatures' temporary existence will be sacrificed like ritual straw dogs (sumptuously decorated, then carelessly thrown away) - for the higher idea of evolution: unbiased, impartial ch. 79 vis-à-vis 'every-thing', and, to this extent, not "humane".

[ The sages live the Dào as Dé, before both are lost to humanity ch. 18, 38, thus embodying the universal integrity of the Dào: as a role-model for an all-embracing ruler without any nepotism. 05,03-04

 

[ Mother Nature operates above all human claim of exceptionalism. 05,01-02

 

05 Schöpferische Leere

a 01-04 Strohhunde

 

Himmel und Erde  sind nicht 'menschlich' 

denn alle Geschöpfe werden betrachtet 
wie
 Opferhunde aus Stroh. 05,01-02

 

[ Die "Menschenfreundlichkeit" 仁 rén des Konfuzius 孔夫子 Kǒng fū zǐ als Regel zur Sozialverträglichkeit, ist anthropozentrisch, daher voreingenommen und nicht so universell wie das Dào.

[ Die zeitweilige Existenz aller Kreaturen wird geopfert wie rituelle Strohhunde (kostbar geschmückt, dann achtlos weggeworfen)  für die höhere Idee der Evolution: unvoreingenommen, unparteiisch Kap. 79 'allen Dingen' gegenüber, insofern nicht "menschenfreundlich".

[ Weise leben das Dào als Dé, bevor beides an die "Menschlichkeit" verlorenging Kap 18, 38, sie verkörpern so die universelle Integrität des Dào: als Vorbild für allumfassende Herrscher ohne jegliche Vetternwirtschaft. 05,03-04

[ Mutter Natur operiert oberhalb allen menschlichen Anspruchs auf Einzigartigkeit. 05,01-02

 

05 Creative Emptiness

b 05-08 Bellow 

 

Heaven and Earth – their interspace

resembles the bellows:

empty, and yet not collapsing:

in motion generating all the more. 05,05-08

 

[ Once in motion, the perpetuum mobile of the Dào, symbolized as the 'bellows' of Nature, will nurture and care for all entities continuously. 05,07-08

[ The inexhaustible driving force of the empty space:: creatively fluctuating between Heaven and Earth, but never collapsing.

 

 

05 Schöpferische Leere

b 05-08 Blasebalg

 

Himmel und Erde – ihr Zwischenraum

gleicht einem Blasebalg:

leer, und doch nicht zusammenfallend:

umso schöpferischer in Bewegung. 05,05-08

 

[ Einmal in Bewegung, wird das Perpetuum mobile des Dào, symbolisiert im 'Blasebalg' der Natur, alle Wesen fortdauernd hegen und pflegen. 05,07-08

[ Die unerschöpflichen Antriebskraft des leeren Raums: zwischen Himmel und Erde schöpferisch hin- und herpendelnd, doch niemals zusammenfallend.

 

 

05 Creative Emptiness

c 09-10 Keep your Mean

 

Many words ... exhaust themselves. 05,09

 

  qióng  zhōng, which recall Wittgenstein's "Where-of one caot speak, thereof one must be silent." transl. by Ogden

 From the self-limiting of the surface to the depths of contemplation, ch. 01 the network of words must be exchanged for Dào's silence, the perplexity of the periphery for the security of the center. 05,09-10

 

 

 

05 Schöpferische Leere

c 09-10 Die Mitte bewahren

 

Viele Worte erschöpfen sich ... 05,09

 

 窮 qióng 中 zhōng, erinnernd an Wittgenstein's "Wovon man nicht sprechen kann, darüber man man schweigen." German original, 1921

 Von der Selbstbegrenzung der Oberfläche zur Tiefe der Versenkung, Kap. 01 muss das Netzwerk der Worte gegen Dàos Stille eingetauscht werden, die Ratlosigkeit des Randbereichs gegen die Geborgenheit der Mitte. 05,09-10

 

 

 

06 The Mystical Female

a 01-06 The Spirit of the Valley: Unfathomable Feminity

 

The spirit of the valley is immortal:

called the dark female...

Mystic female's gate –

called Heaven's and Earth's root:

intangible, though seemingly existing 

inexhaustible its use. 06,01-06

 

[ This Yin perspective of the Dào is like a riverbed that flows out endlessly and whose flowing into being will never run dry.

[ Called , but not defined as, mysterious, dark ~Heaven and female ~Earth:
 the transcendent, nameless, inexhaustible Dào, once it has passed through the birth canal of the Gate, becomes womb and nurturing mother of 'every-thing'.
06,02

[ That mystic gate of the feminine ch. 1 – between Beginning and Mother, gives life to Yin and Yang, as Dào's source and origin; ch. 16 of Heaven and Earth. 06,03-04

[ Intangible: Dào is immaterial and inconceivable, but, nonetheless, just as if existing:
 if one wishes that it is there, it does not show its form, if one wishes that it is not there, all entities indeed come into being by virtue of it.

 Inexhaustible: no entity is not completed by it, but while being used, Dào always gives effortlessly. 06,05-06

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

06 Das Mystisch-Weibliche

a 01-06 Der Geist des Tals: unergründliche Weiblichkeit

 

Unsterblich ist der Geist des Tals:

genannt das dunkle Weibliche ...

Des mystisch Weiblichen Pforte,

enannt aller Welt Uranfang:

ungreifbar, ist er doch offensichtlich da 

unerschöpflich sein Nutzen. 06,01-06

 

[ Diese Yin-Perspektive des Dào gleicht einem Flussbett, das unaufhörlich ausfließt, und dessen Strömung ins Dasein nie versiegen wird.

[ Genannt , nicht definiert als geheimnisvoll, dunkel ~ Himmel und weiblich ~ Erde:
 das transzendente, namenlose, unerschöpfliche Dào, einmal durch den Geburtskanal der Pforte gelangt, wird zu Mutterschoß und nährender Mutter von allem.
06,02

[ Diese mystische Tor des Weiblichen ch. 1 zwischen Ursprung und Mutter, schenkt Leben an Yin und Yang als Dàos Quelle und Urgrund, ch. 16 von Himmel und Erde. 06,03-04

[ Unfassbar: das Dào ist immateriell und unbegreiflich, aber dennoch gleichsam als ob existent:
 wünscht man, dass es da sei, zeigt es nicht seine Form, wünscht man, dass es nicht da sein, werden doch alle Wesen durch es entstehen.

 Unerschöpflich: kein Wesen, das nicht durch das Dào vollendet wird, doch im Gebrauch schenkt das Dào stets mühelos. 06,05-06

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

07 Everlasting unselfishness

a 01-04 Lastingness

 

Heaven seems constant, Earth seems enduring.

because they do not persist for themselves,

hence they can exist constantly. 07,01+03-04

 

[ Only Dào is timeless.

[ Hence, after having passed the Gate to non-nothingness, Dào is everywhere between Heaven and Earth unconditionally constant and enduring.07,01

[ Still following the spirit of Dào, all world has the capacity of being constant and enduring.

 

 Hereby Heaven and Earth obey the laws of Nature, which in turn follow the model of Dào, touching its timelessness. 07,02

[ Dào is not selfish ch. 2, 13, 19, 22, 26 and it acts without making demands ch. 2, 34; 07,03-04

 

07 Unvergängliche Selbstlosigkeit

a 01-04 Dauerhaftigkeit

 

Der Himmel scheint ewig, die Erde dauerhaft.

weil sie nicht für sich selbst leben,

daher können sie beständig bestehen. 07,01+03-04

 

[ Nur das Dào ist zeitlos.

[ Nachdem das Tor zum Nicht-Nichts passiert war, ist daher Dào überall zwischen Himmel und Erde unbedingt beständig und dauerhaft. 07,01

[ Noch immer dem Geist des Dào folgend, besitzt die Welt die Kapazität , beständig und langanhaltend zu sein.

 Dabei gehorchen Himmel und Erde den Naturgesetzen, welche wiederum dem Vorbild des Dào folgen und dessen Zeitlosigkeit berühren. 07,02

[ Dào ist nicht eigennützig Kap. 2, 13, 19, 22, 26 und handelt ohne einzufordern ch. 2, 34; 07,03-04

 

07 Everlasting unselfishness

b 05-10 Selfless Restraint

 

Hence: Wise men put last their own person,

and yet are they themselves ahead. 07,05-06

 

[ Wise men emulate Nature's unselfish, impartial, and unbiased Way. Yet the "motherly" paradox of Dào's acting without acting leads the sages ahead of all others and lets their persons be preserved 07,05-08, comparable with "...and he that shall humble himself shall be exalted." Matthäus 23:12; a. v. Strauß

 

[ Humility preserves, frugality fulfills.

07 Unvergängliche Selbstlosigkeit

b 05-10 Selbstlose Zurückhaltung

 

Darum: Weise Menschen stellen ihr Selbst hintan

und gehen doch selbst voraus. 07,05-06

 

[ Weise streben dem uneigennützigen, unparteiischen und unvoreingenommenen Weg der Natur nach. Dennoch führt die "mütterliche" Paradoxie des Dào in seinem Handeln ohne zu handeln die Weisen allen voran und lässt sie als Person bewahrt bleiben 07,05-08, vergleichbar mit "... wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöht werden." Matthäus 23:12; n. v. Strauß

[ Demut bewahrt, Genügsamkeit erfüllt.

08 Flexibility without competition

a 01-05 Highest Goodness like the Depth of Water 

Dào - The Water Course A. Watts

 

Supreme goodness is like water:

its goodness benefits all creatures –

yet without competing.

It dwells in places which everyone disdains –

hence, close to Dào. 08,01-05

 

[ Both the highest goodness and wise men (and rulers) who have reached the supreme goodness are symbolized by water: its yielding quality and adaptability, its readiness and unselfishness. 08,01

[ Indispensable, too, is the availability to flow everywhere: also and especially into the lowest, most unattractive places, which any spirit of competition would disdain. This is the Way... to attain nearness to Dào! 08,04-05

 

 

08 Konkurrenzlose Anpassungsfähigkeit

a 01-05 Höchste Güte wie die Tiefe des Wassers

Dào - Der Lauf des Wassers. A. Watts

 

Höchste Güte gleicht dem Wasser:

seine Güte nützt allen Wesen –

und doch ohne Wettstreit.

Es weilt an Orten, die jeder verachtet –

daher nahe zum Dào. 08,01-05

 

[ Die höchste Güte und auch Weise, die oberste Güte erreicht haben, werden symbolisiert durch Wasser: seine Nachgiebigkeit und Anpassungsfähigkeit, seine Bereitwilligkeit und Selbstlosigkeit. 08,01

[ Unumgänglich ist auch die Verfügbarkeit, überallhin zu fließen: auch und gerade in die niedrigsten, unansehnlichsten Orte, die jedweder Geist des Wettbewerbs verschmähen würde. Dies ist der Weg ... Nähe zum Dào zu erlangen! 08,04-05

 

 

08 Flexibility without competition

b 06-12 Appreciations

 

Goodness

In dwelling  low places,

in heart-mind – depth,

in giving – humaneness, 08,06-08

...

in acting – timeliness. 08,12

 

 The philosophical foundation and general principles of goodness (quality) as unlimited flow and all-governing rule near to Dào! 08,06-12

 

 

08 Konkurrenzlose Anpassungsfähigkeit

b 06-12 Wertschätzungen

 

Güte:

Im Wohnen  niedere Orte,

in Herzensangelegenheiten  Tiefe,

im Geben  Mitmenschlichkeit, 08,06-08

...

bei Handlungen  Zeitgefühl. 08,12

 

 Philosophische Grundlegung und allgemeine Prinzipien der Güte (Qualität) als unbegrenztes Fließen und allwaltendes Herrschen nahe am Dào! 08,06-12

 

 

08 Flexibility without competition

c 13-14 No Competition

For only no competing,

hence no resentment. 08,13-14

 

[ cooperation instead of competition,

[ open-mindedness instead of discrimination,

[ common good instead of individual advantage,

 Without competing: the spiritual framework for a realm without rancor, for a resort without resentment.

 

 

08 Konkurrenzlose Anpassungsfähigkeit

c 13-14 Kein Wettstreit

Denn nur ohne Wettstreit

folgt dann kein Groll. 08,13-14

 

[ Zusammenspiel statt Wettbewerb,

[ Aufgeschlossenheit statt Ungleichbehandlung

[ Gemeinwohl vor individueller Begünstigung

 Ohne Wettstreit: geistiger Rahmen für ein Reich ohne Ranküne dar, für einen Rückzugsort ohne Resentiment.

 

 

09 Letting Go

a 01-04 Not Overdoing Things – Let Go!

 

Maintaining and also overdoing things –

not as good as letting them end. 09, 01-02

 

[ Dào avoids exaggeration and excess.

[ Tpreserve something and to overdo it, to use something and to overstretch it at the same time – better to let it be: the path of perfection will not protect for long. 09,01-04

 

 

09 Loslassen

a 01-04 Nicht übertreiben die Dinge – lass los!

 

Etwas erhalten und zugleich übersteigern 

nicht so gut wie es belassen ... 09, 01-02

 

[ Das Dào meidet Übertreibung und Exzess.29, 11-13

[ Etwas bewahren und übertreiben, gebrauchen und zugleich überspannen – lass' es besser sein: der Pfad der Perfektion wird nicht lange beschützen. 09,01-04

 

 

 

09 Letting Go

b 05-08 Pride goes before a Fall

 

Wealthy and honored, yet haughty 

 self-surrendering one's calamity.  09, 07-08

 

[ Dào avoids excess acts without haughtiness. 29,11-13,

[ Precious things in palaces cannot be preserved for long... not as good as having nothing. 09,05-06

 

[ Like wealth, also fame and honor are often linked to haughty arrogance. 09,07-08

 

 

09 Loslassen

b 05-08 Hochmut kommt vor dem Fall

 

Reich und geehrt, doch hochmütig 

sich selbst seinem Unglück auszuliefern. 09, 07-08

 

[ Das Dào handelt ohne Hochmut. 29,11-13,

[ Die Kostbarkeiten in den Palästen können nicht für lange Zeit bewahrt werden ... nicht so gut wie nichts zu haben. 09,05-06

[ Wie Wohlstand, sind auch Ruhm und Ehre häufig mit hochnäsiger Arroganz verknüpft. 09,07-08

 

 

09 Letting Go

c 09-10 Natural Withdrawal

 

Retreat after your work is done:

the Way of Nature. 09,09-10

 

[ Dào avoids accomplishes and withdraws.

[ Dào as Mother of everything is also method, process, procedure – as the Way of Heaven, as the Way of Nature. 

[ When the task is accomplished, the work completed. 

[ The Way of Dào demonstrates to a wise ruler how hereafter to withdraw oneself: Dào goes back to its invisible origin.

[ Both sages and wise leaders also return to their point of departure – and to the next phase in the everlasting cycle. 09,09-10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

09 Loslassen

c 09-10 Natürlicher Rückzug

 

Sich zurückziehen nach vollbrachter Tat:

der Weg der Natur. 09,09-10

 

[ Dào vermeidet Vollendungen und Rückzüge.

[ Dào als Mutter aller Dinge ist auch Methode, Ablauf und Verfahren – als Weg des Himmels, als Weg der Natur.

[ Wenn die Aufgabe bewerkstelligt, das Werk vollendet ist, zeigt der Weg des Dào einem weisen Herrscher, wie man sich hernach zurückzieht: das Dào kehrt zurück in seinen unsichtbaren Ursprung.

 

[ Auch Weise und ebenso kluge Anführer kehren zurück zu ihrem Ausgangspunkt – zur nächsten Phase im immerwährenden Zyklus. 09,09-10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10 Purity and Modesty

a 01-06 Being unsevered: Immaculate Vital Energy 

 

Preserve spirit and soul, keep their unity.

can you be unsplit, indeed? 10,01-02

 

[ The general Dàoist principle of "Unity of Opposites" is here applied to the Spiritual soul of Yang breathing / exercises, consciousness and the Bodily soul of Yin blood / circulation, perception – and to how to combine both forces into undivided Oneness, into the Flow of Dào that lives in Dé.10,01-02

 

[ Hence, Lǎozĭ seems to distinguish yǐng the “spiritual soul” and the "mortal soul", which is attached to the body, in a manner similar to Aristotle's ψυχή and νοῦς v. Strauß 1870 p. 46.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10 Reinheit und Anspruchslosigkeit

a 01-06 Ungespalten sein: Makellose Lebenskraft

 

Bewahre Geist und Seele, belasse ihre Einheit,

kannst du wohl ungespalten sein? 10,01-02

 

[ Das allgemeine daoistische Prinzip "Einheit der Gegensätze" wird hier auf die "Sprituelle Seele des Yang Atmen/Übungen, Bewusstsein und die Körperliche Seele des Yin Blut/Kreislauf, Wahrnehmung angewandt – und darauf, wie beide Kräfte kombiniert werden können zum ungeteilten Einssein, dem Fließen des Dào, das in Dé lebt. 10,01-02

[ Lǎozĭ scheint folglich yǐng die “Spirituelle Seele” und die "Sterbliche Seele", welche dem Körper anhaftet, ähnlich zu unterscheiden wie Aristoteles' ψυχή und νοῦς v. Strauß 1870 p. 46

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10 Purity and Modesty

b 07-12 Comprehensive Without Punditry, Act in a Female Way!

 

Like Heaven’s Gate opens and closes –

can you act in that female-passive way, indeed? 10,09-10

[ According to a dark myth of creation Wilhelm, 1910; Trauzettel, 1999, Heaven's Gates transform Dào's transcendent state of nothingness into 'every-thing' by constantly opening and closing "as phases of order and chaos, with pervasive effects on all under Heaven". Wáng Bì 王弼 10,09-10

[ Later on, Religious Dáoism chose the alternative, concrete meaning of nostrils, to underline their breathing techniques.

[ All changes and effects of Heaven's Gates are accomplished in a female way, not leading, but adapting spontaneously; thus also a ruler, following this female principle, will enjoy subjects that follow him of their own accord. 10,09-10

 

 

10 Reinheit und Anspruchslosigkeit

b 07-12 Umfassend ohne Gelehrsamkeit, handele auf weibliche Art!

 

Wie Himmelspforten sich öffnen, schließen 

kannst du wohl so weiblich-passiv handeln? 10,09-10

 

[ Laut einem dunklen Schöpfungsmythus Wilhelm, 1910; Trauzettel, 1999, verwandeln die Himmelspforten Dào's transzendenten Zustand des Nichts in alle Dinge mittels ständigem Öffnen und Schließen "als Phasen von Ordnung und Chaos, mit tiefgreifender Wirkung auf alle unter dem Himmel". Wáng Bì 王弼. 10,09-10

[ Später wählte der Religiöse Daoismus die alternative, konkrete Bedeutung Nasenlöcher, um ihre Atemtechniken zu unterstreichen.

[ Alle Veränderungen und Wirkungen der Himmelspforten werden auf weibliche Art vollzogen, nicht anführend, sondern sich spontan anpassend; so wird auch ein Herrscher, diesem weiblichen Prinzip folgend, sich der Untertanen erfreuen, die ihm aus eigenen Stücken folgen. 10,09-10

 

10 Purity and Modesty

c 13-17 Leading, not Dominating: Deep Inner Power

 

Creating and caring;

producing, yet not possessing;

dealing, yet not depending on;

conducting, yet not commanding –

this is called deep Inner Power. 10,13-17

 

 

 , the reification of Dào as Inner Power, or "subjective objectification"!, comprises creating and caring for aspects of Dáo:

 [ of Nature (creating, not possessing),

 [ of Humans (bringing about, not building on),

 [ of the Earth (leading, not commanding).

 

 

10 Reinheit und Anspruchslosigkeit

c 13-17 Führen, nicht dominieren: Tiefe Innere Kraft

 

Hervorbringen und hegen;

erschaffen, doch nicht besitzen;

bewirken, doch nicht darauf bauen;

anführen, doch nicht anordnen –

dies heißt tiefe Innere Kraft. 10,13-17

 

 , Vergegenständlichung des Dào als Innere Kraft, oder "subjektive Verobjektivierung"(!), umschließt Erzeugen und Pflegen von Aspekten des Dáo:

 [ der Natur (erschaffen, nicht besitzen),

 [ des Menschen (bewirken, nicht darauf bauen),

 [ der Erde (anführen, nicht anordnen).

 

 

11 Creative Nothingness 

a 01-02 A Wheel's Usability

 

... just its non-being is the chariot's usability. 11,02

 

 

[ In Western thought Being tends to dominate Non-Being: Being, in naive perception, as ontological bedrock, Non-Being as mere absence – as a placeholder... with echoes of the atom and void of Democritus.

 

[ Matter changes into form, form becomes essence and purpose, condenses into nothingness as meaningful and useful void. 11,01-02

 

 

11 Schöpferisches Nichts 

a 01-02 Des Rades Brauchbarkeit

 

... gerade deren Nicht-Sein ist des Wagens Brauchbar-keit. 11,02

 

[ Im westlichen Denken tendiert das Sein dazu, das Nicht-Sein zu dominieren: in naiver Wahrnehmung als ontologisches Grundgestein, Nicht-Sein als bloße Abwesenheit – als Platzhalter ... mit Anklängen an Democrits Atom und Leere. 

[ Materie wandelt sich zu Form, Form wird Wesen und Zweck, verdichtet zu Nichts als bedeutungsvolle und nützliche Leere. 11,01-02

 

 

11 Creative Nothingness 

b 03-04 A Vessel's Usability

 

... equally its non-being 
 is 
the 
vessel's usability. 11,04

 

[ In "The Thing"Heidegger used Lǎozĭ's parable, oddly enough without mentioning the source, even though he did not hide his admiration for this ultimate profundity.

 

[ His jug’s thingness is in fact the void inside it: shaping the void means to shape the jug. “The empty space, this nothing of the jug, is what the jug is as a holding vessel.” Heidegger Philosophy of Technology, 2th lecture; 11,03-04

 

 

11 Schöpferisches Nichts 

b 03-04 Des Gefäßes Brauchbarkeit

 

... genauso ist dessen Nicht-Sein 
des Gefäßes Brauchbarkeit.
11,04

 

[ Heidegger benutzte in "Das Ding" Lǎozĭs Parabel, merkwürdigerweise ohne Erwähnung der Quelle, obschon er die Bewunderung für diese letztmögliche Tiefgründigkeit nicht verbarg. 

[ Tatsächlich ist die Dinglichkeit seines Kruges die Leere darin: die Leere formen heißt den Krug zu formen. "Die Leere, dieses Nichts am Krug, ist das, was der Krug als das fassende Gefäß ist.Heidegger Philosophy of Technology, 2th lecture; 11,03-04

 

 

11 Creative Nothingness 

c 05-06 A Room's Usability

 

 ... equally its non-being 
 is 
the room's usability.
11,06

 

[ In Chinese thinking,  wú and  yǒu have equal rights, they are complementary "twins", the present of something and of nothing ch. 02, 04, 05, 14, 40, 43

 

[ No windows  no light, no life. No doors – a prison, a tomb. Nothingness gives and maintains life. 11,05-06

 

 

 

11 Schöpferisches Nichts 

c 05-06 Des Wohnraums Brauchbarkeit

 

... ebenso ist sein Nicht-Sein 
des Raumes 
Verwendbarkeit.
11,06

 

[ 無 wú und 有 yǒu im Chinesischen Denken sind gleichberechtigt, sind komplementäre "Zwillingsgeschwister", Gegenwart von Etwas und von Nichts Kap. 02, 04, 05, 14, 40, 43 

[ Keine Fenster – kein Licht, kein Leben. Keine Türen – ein Gefängnis, ein Grab. Das Nichts schenkt und wahrt Leben. 11,05-06

 

 

11 Creative Nothingness 

d 07-08 The Usability of Nothingness

 

Therefore: Being effects accordingly advantages, 

Non-being accordingly effects usability. 11,07-08

 

[ "The three examples wheel, vessel, room are made from wood, clay, and mortar, respectively, but all [depend] on negativity for their usability. This means: Laozi Entities in order to be beneficial all depend on negativity for their usability." Wáng Bì 王弼 / Wagner

 

[ The 'void element' is "capable, being itself the minimum, to control the many..." Wáng Bì 王弼 / Wagner

[ The benefits of Being and the functionality of Non-Being flow into each other, building an ontological unity of Quantity and Quality. 11,07-08

[ All Beingness of Beings in Time originally was created out of transcendent Dào's Nothingness beyond Timeliness. 11,07-08

 

 

11 Schöpferisches Nichts 

d 07-08 Des Nicht-Seins Brauchbarkeit

 

Daher: Das Sein bewirkt dabei Vorteile,

das Nicht-Sein bewirkt dabei Verwendbarkeit. 11,07-08

 

[ "Die drei Beispiele Rad, Gefäß, Raum sind aus Holz, Lehm und beziehungsweise Mörtel gemacht, aber alle [hängen] für ihre Brauchbarkeit von der Negativität ab. Diese meint: Laozi Um vorteilhaft zu sein hängen die Wesen für ihre Brauchbarkeit von der Negativität ab." Wáng Bì 王弼 / Wagner 

[ Das 'Leer-Element' ist "dazu befähigt, selbst das Minimum zu sein und die Vielen zu kontrollieren" Wáng Bì 王弼 / Wagner

[ Die Vorteile des Seins und die Zweckmäßigket des Nicht-Seins fließen ineinander über, um eine ontologische Einheit von Quantität und Qualität zu bilden. 11,07-08

[ Alle Wesenheit der Wesen in der Zeit entstand ursprünglich aus Dàos transzendenten Nichts jenseits aller Zeitlichkeit. 11,07-08

 

 

12 Unaddicted Harmony

a 01-03 Dull Senses

 

Too many colors blind the human eye... 12,01

 

 The five colours, the five tones and the five tastes threaten to evolve into sensory overload, exorbitance and greed. 12,01-03

 

12 Suchtfreier Einklang

a 01-03 Stumpfe Sinne

 

Zu viele Farben blenden des Menschen Auge ... 12,01

 

 Die fünf Farben, die fünf Töne und fünf Geschmäcker drohen zu Reizüberflutung, Maßlosigkeit und Gier zu werden. 12,01-03

 

12 Unaddicted Harmony

b 04-07 Disturbing Passions and Goods

 

...goods hard to obtain

 let block the human unfolding. 12,06-07

 

[ Here, Lǎozĭ philosophically counterposes natural needs   of human beings and pursuit of pleasure as harmful exaggerations of desire.

[ Race and rush also confuse the heart 12,04-05, to appreciate rare goods ch. 03, trade and money ch. 53, hunting for costly goods - all this will inhibit inner maturation and block the path. 12,06-07

 

 

12 Suchtfreier Einklang

b 04-07 Störende Leidenschaften und Güter

 

 ... schwer zu erlangende Güter

 lassen des Menschen Entfaltung blockieren. 12,06-07

 

[ Hier stellt Lǎozĭ philosophisch natürliche Bedürfnisse der Menschen und Genussstreben als schädliche Steigerungen des Begehrens gegenüber. 

[ Ebenso verwirren Rennen und Rausch das Herz 12,04-05, seltene Güter zu schätzen Kap. 03, Handel und Geld Kap. 53, das Jagen nach Kostspieligkeiten – all dies wird die innere Reifung hemmen und den Pfad versperren. 12,06-07

 

12 Unaddicted Harmony

c 08-10 Caring for the Inner Needs

 

Sages care for needs, not for desires; 12,09

 

Like the Dào: The sage avoids all greed for profits ch. 46, he rejects avarice and avidity, and instead he chooses to lose daily, to win the Dé of Dào.

 

12 Suchtfreier Einklang

c 08-10 Sorgen für die Inneren Bedürfnisse

 

 Weise kümmern sich um Bedürfnisse, nicht um äußerliche Begierden; 12,09

 Gleich dem Dào: Der Weise meidet jegliche Gier nach Profit Kap. 46, er verwirft Geiz und Gier, wählt stattdessen tägliches Verlieren, um das Dé des Dào zu gewinnen.

 

13 Autonomous Self-Esteem

a 01-02 The Burden of Favour , Honour's Worries

 

 Avoid the traps of favor and honor:

Favor and disfavor frighten equally,

honors are big worries similar to our selfness. 13, 01-02

 

 High social positions endanger person and self. 13, 01-02

 

 

13 Unabhängiges Selbstwertgefühl

a 01-02 Der Gunst Bürde, der Ehre Sorgen

 

 Meide die Fallen von Gunst und Ehre:

Gunst und Ungunst sind gleich erschreckend,

Ehrungen stellen große Sorgen dar, ähnlich unserer  Selbstheit. 13, 01-02

 Hohe gesellschaftliche Positionen gefährden Person und Selbstheit. 13, 01-02

 

13 Autonomous Self-Esteem

b 03-07 The Burden of Favour and Disfavour?

 

Favour works degrading –

it is like frightening to attain it,

it is equally frightening to lose it –

 

 Sages are, like the Dào, impartial and unselfish, act 'without acting'.13, 03-07

 

 

13 Unabhängiges Selbstwertgefühl

b 03-07 Der Gunst und der Ungunst Bürde?

 

Gunst wirkt erniedrigend –

sie zu erlangen, ist erschreckend,

sie zu verlieren, ist auch erschreckend.

 

 Weise sind dem Dào gleich unparteiisch und selbstlos, handeln 'ohne zu handeln', 13, 03-07

 

 

13 Autonomous Self-Esteem

c 08-11 The Worries of Honour and Selfishness?

 

[ Self-confidence tempts to act self-centered; Lǎozĭ exposes this as decisive for the value system. 

[ Worries arise from selfishness and self-interest, glamour and doom are equally frightening. The Dào, on the other hand, recommends to put oneself aside and yet go ahead. 13, 08-11

 

 

 

 

 

13 Unabhängiges Selbstwertgefühl

c 08-11 Der Ehre und der Selbstsucht Sorgen?

 

[ Selbstbewusstsein verleitet zu selbstbezogenem agie-ren; Lǎozĭ entlarvt dies als entscheidend für das Wertesystem. 

[ Sorgen entstehen aus Selbstsucht und Eigennutz, Glanz und Verhängnis sind gleichermaßen erschreckend. Das Dào dagegen empfiehlt, sich hintan zu stellen und doch voraus zu gehen. 13, 08-11

 

 

 

 

13 Autonomous Self-Esteem

d 12-15 Entrusting and Relinquishing to the World

 

They who appreciate to act  with their selfness for all 
world...
13, 12

 

 The ideal wise (rulers) will:

[ be changed or weakened neither by favor nor disfavor, neither by honor nor disgrace;

[ they love with all their personality to act on behalf of the world.

 

 

 

 

 

13 Unabhängiges Selbstwertgefühl

d 12-15 Die Welt anvertrauen und überlassen

 

Die es schätzen, sich bei aller  Selbstheit einzusetzen 
für die Welt ...
13, 12

 

 Die idealen weisen (Herrscher) werden:

[ weder durch Gunst noch Ungunst, weder durch Ehre noch Schmach verändert oder geschwächt werden;

[ es lieben, mit ihrer ganzen Person für alle Welt zu sorgen.

 

 

 

 

 

14 The Incomprehensibility of Dào

a 01-06 Invisible, Inaudible, and Intangible Dào:

 

Look at it – nothing to see:

its name is plain (invisible);

listen for it – nothing to hear:

its name is empty (inaudible);

reach for it – nothing to grasp:

its name is subtle (intangible). 14,01-06

 

[ That which cannot be seen / heard / grasped, is fineinaudible, smooth. Wáng Bì 王弼 

[ The undefinable, unknowable Dào, being the One, "leaves 'no-thing' unpenetrated and nothing unreached". 王弼 Wáng Bì / Wagner.

[ Because of Dào's namelessness and incomprehensibility in principle, without any Way of intelligibility towards the transcendence of Dào, Lǎozĭ could have concluded "Whereof one cannot speak, thereon one must remain silent" Wittgenstein

 

 

 

 

 

 

14 Unbegreiflichkeit des Dào

a 01-06 Unsichtbares, unhörbares, unfassbares Dào:

 

Schau nach ihm - nichts zu sehen:

sein Name ist schlicht (unsichtbar);

horch nach ihm  nichts zu hören:

sein Name ist leer (unhörbar);

greif nach ihm  nichts zu ertasten:

sein Name ist fein (unfassbar). 14,01-06

 

[ Was nicht zu sehen / hören / greifen ist, ist feinunhörbarglatt. Wáng Bì 王弼 

[ Das undefinierbare, unwissbare Dào, so es das Eine ist, lässt nichts undurchdrungen und nichts unerreicht . 王弼 Wáng Bì / Wagner

[ Wegen Dào's prinzipieller Namenlosigkeit und Unbegreifbarkeit, ohne jedwede Verständlichkeit hin zur Transzendenz des Dào, hätte Lǎozĭ schlussfolgern können "Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen." Wittgenstein

 

 

 

 

 

 

14 The Incomprehensibility of Dào

b 07-12 Infinite, Boundless, Inconceivable Unity

 

 These three cannot be fathomed further –

 hence, they merge and form a unity:

 neither bright on top

 nor dark below;

 most boundless, and inconceivable,

 returning home into Non-Being. 14,07-12

 

[ When the so limited single senses merge to a bundle of little insights, they soar to a next level of abstraction, in order to take part in rational cognition on the long way to spiritual enlightenment. 14,07-08

 

[ "This One  its upper side is not bright; its lower side is not dark. Dim is it and impossible to name

 

[ It returns and relates [the entities] back to the 'no-thing'." 王弼 Wáng Bì / Wagner

[ On the ascent to higher realization, Yang (the sunny side of the hill) is not bright, Yin (its shadowy side) is not dark anymore. 

[ Inconceivable, boundless, nameless: thus things and entities as temporary substances, follow the path home to no-thing and non-entity, returning to Non-Being.

 

 

 

 

 

 

14 Unbegreiflichkeit des Dào

b 07-12 Endlose, grenzenlose, unbegreifliche Einheit

 

Diese drei sind nicht weiter auszuloten –

so verbinden sie sich, bilden eine Einheit:

oben nicht hell

und unten nicht dunkel,

äußerst grenzenlos, unmöglich zu erfassen;

so kehrt sie zurück, heim ins Nicht-Sein. 14,07-12

 

[ Wenn sich die so begrenzten einzelnen Sinne zu einem Bündel kleiner Einsichten zusammenschließen, schwingen sie sich zur nächsten Abstraktionsebene auf, um an rationaler Erkenntnis teilzuhaben, auf dem langen Weg zu spritueller Erleuchtung. 14,07-08

[ "Dieses Eine  seine Oberseite ist nicht hell; – seine Unterseite ist nicht dunkel. Dämmrig ist es und unmöglich zu benennen.

[ Es kehrt zurück und bezieht [die Wesen] zurück zum 'Nichts'. 王弼 Wáng Bì / Wagner

[ Beim Aufstieg zu höherer Verwirklichung, istYang (die Sonnenseite des Hügels) nicht hell, Yin (seine schattige Seite) nicht mehr dunkel. 

[ Unbegreiflich, uferlos, unbenannt: dergestalt folgen Dinge und Wesen als zeitweise Sub-stanzen dem Pfad heim zum Nicht-Ding und Wesenlosen, zurück zum Nicht-Sein.

 

 

 

 

 

14 The Incomprehensibility of Dào

c 13-17 Shapeless Shape, Hidden Chaos

 

This is called the shapeless' shape,

 image of Non-Being;

 called undifferentiated, incomprehensible:

 Facing it, not to see its beginning,

 following it, not to see its end. 14,13-17

 

[ Approaching the Gate to the transcendent Dào again, the pale image of Non-Being radiates its shapeless shape.

 

[ Back to the undifferentiated beginning of the universe, forever unintelligible and incomprehensible, follows its last step of transfiguration into Absolute Nothingness. 14,13-15

[ Before and after, beginning and end, human being's pure form of intuition Kant vanish, and the creative Dào dreams of the next cycle. 14,16-17

 

 

 

 

 

14 Unbegreiflichkeit des Dào

c 13-17 Form des Formlosen, Verborgenes Chaos

 

 Es heißt Form des Formlosen,

 Abbild des Nicht-Seins;

 das meint verschwommen und unfasslich:

 ihm entgegentretend, sieht man nicht seinen Anfang,

 ihm nachfolgend, nicht sein Ende. 14,13-17

 

[ Nähert es sich wiederum der Pforte zum transzendenten Dào, strahlt das fahle Abbild des Nicht-Seins seine formlose Form aus.

[ Zurück zum undifferenzierten Anfang des Universums, für alle Zeit unverständlich und unbegreiflich, folgt sein letzter Wandlungsschritt in das Absolute Nichts. 14,13-15

 

[ Zuvor und Danach, Anfang und Ende, des Menschen reine Anschauungsformen Kant entschwinden, und das schöpferische Dào träumt von seinem nächsten Zyklus. 14,16-17

 

 

 

 

14 The Incomprehensibility of Dào

d 18-21 Awareness of the Origin: Dào’s Guideline

 

Hold on to antiquity's Dào,

thus mastering present's occurances.

Can you understand antiquity's origin,

it is called Dào’s Golden Thread. 14,18-21

 

 Consciousness needs remembrance, from high antiquity to the Here and Now, the anchor of Being and Time Heidegger is called Dào’s Golden Thread. means 'thread', then 'fabric', then the historical narrative... the 'fabric of world'. a. v. Strauß 1870 p. 78-79

 

 

 

 

14 Unbegreiflichkeit des Dào

d 18-21 Bewusstsein des Ursprungs: Die Richtschnur des Dào

Hält man fest am Dào des Altertums,

so meistert man Geschehnisse der Gegenwart.

Kann man den des Altertums Urbeginn verstehen,

heißt dies Richtschnur des Dào. 14,18-21

 

 Bewusstsein bedarf des Gedenkens, von den Höhen der Antike zum Hier und Jetzt heißt die Verankerung von Sein und Zeit Heidegger Dàos Goldener Faden. meint 'Faden', dann 'Gewebe', dann de Geschichtsschreibung ... das 'Weltgewebe'. n. v. Strauß 1870 p. 78-79.

 

 

 

 

15 The Inscrutability of the Wise Men

a 01-05 Wise Men's Unfathomable Depth

 

Antiquity's excellently practicing masters:

subtle, mysterious, and penetrating so deeply

impossible to comprehend.

Yet just for being inscrutable,

hence I strive for outlining their appearance. 15,01-05

 

[ Once again, the author of the Dàodéjīng tries to name the unnameable: to illuminate the unfa-thomable abyss of the transcendent Dào, as well as its reflection in the inscrutable masters of Antiquity, to outline them by allegories and metaphors with poetic licence.

[ The deeper those ancient masters had penetrated into the mysteries of Dé and Dào, the further had they adopted their qualities: the manifest.

[ Obvious features and virtues of Dé as radiation of their Inner Power – as well as the hidden, obscure secrets of Dào as 'obnubilation' of their enlightenment.

 

 

 

 

 

15 Unergründlichkeit der Weisen

a 01-05 Die undurchdringliche Tiefe der Weisen

 

Des Altertums vortrefflich wirkende Meister:

subtil, geheimnisvoll, so tief durchdringend,

unmöglich zu durchschauen.

Gerade weil undurchschaubar,

so versuche ich, ihre Erscheinung zu skizzieren. 15,01-05

[ Wieder einmal versucht der Autor desDàodéjīng das Namenlose zu benennen: den unauslotbaren Abgrund des transzendenten Dào sowie auch dessen Widerspiegelung in den unergründlichen Meistern des Altertums zu beleuchten, sie in dichterischer Freiheit zu umreißen.

[ Je tiefer jene alten Meister iin die Geheimnisse von Dé und Dào eingedrungen waren, umso mehr hatten sie sich deren Eigenschaften angeeignet.

[ Die augenscheinlichen und offensichtlichen Besonderheiten und Vorzüge des Dé – und ebenso die verborgenen finsteren Geheimnisse des Dào als 'Verdunkelung' ihrer Erleuchtung.

 

 

 

 

15 The Inscrutability of the Wise Men

b 06-12 Careful and Yielding; Genuine like an Uncarved Block of Wood

 

Careful, oh, as if wading across a river in winter... 15,06

 

 Delicately, and circumspect, the ancient sages trod their path. A gentle course leads to a safe and secure way. 15,06-12

 

 

 

 

 

 

15 Unergründlichkeit der Weisen

b 06-12 Behutsam und nachgiebig; schlicht wie unbearbeitetes Holz

 

Behutsam, wie im Winter den Fluss durchwaten ... 15,06

 

 Behutsam und besonnen beschreiten die Weisen des Altertums ihren Pfad. Ein sanfter Kurs führt zu einem ungefährdeten Weg. 15,06-12

 

 

 

 

 

 

15 The Inscrutability of the Wise Men

c 13-17 Clarification through Silence, Making Peace through Lasting Movement

 

Who is able to clear the turbid  by the wariness of 
silence...
15,13

 

[ To treat the turbid  無為 wú wéi: to let go with composure and circum-spection, to attain transparency, and to reach the disentanglement by the sound of silence. 

[ To treat the calmness   yǒu wéito move with composure and circum-spection, to attain liveliness, and to reach the disentanglement through the awakening of awareness. 15,13-14

 

Heidegger, 1947-version:

 “Who can be still and out of stillness and through it move something on to the Way so that it comes to shine forth? Who is able through making still to bring something into Being?” 'Letter to Paul Shih-yi Hsiao

 

 

15 Unergründlichkeit der Weisen

c 13-17 Klärung durch Stille, Frieden schaffen durch anhaltende Bewegung

 

Wer vermag Trübes zu klären mittels Behutsamkeit der Stille ... 15,13

 

[ Trübes behandeln  無為 wú wéi: gelassen und umsichtig loszulassen, um Transparenz zu erlangen, und die Loslösung durch den Klang der Stille zu erreichen. 

[ Ruhe behandeln   yǒu wéigelassen und umsichtig aktiv zu werden, um Lebendigkeit zu erlangen, und die Loslösung durch Erwachen des Gewahr-werdens zu erreichen. 15,13-14

 

 

Heidegger, Version 1947:

 “Wer kann still sein und aus der Stille durch sie auf den Weg bringen (be-wegen) etwas so, dass es zum Erscheinen kommt? Wer vermag es, stillend etwas so ins Sein zu bringen?” Letter to Paul Shih-yi Hsiao

 

 

16 Returning to Constancy

a 01-02 Utmost Emptiness, Deepest Silence

 

Achieve emptiness in the ultimate,

keep calm in your core. 16,01-02

 

[ The Transcendent Dào is ultimate emptiness.

[ Therefore, utmost emptiness prepares truest tranquility, the enactment of non-action will dampen desire and achieve innermost calmness.

 

 

 

16 Heimkehr zur Beständigkeit

a 01-02 Äußerste Leere, tiefste Stille

 

Erreiche Leere im Äußersten,

bewahre Ruhe im Innersten.  16,01-02

 

[ Das transzendente Dào ist absolute Leere.

[ Deshalb bereitet äußerste Leere wahrhaftige Ruhe vor, das Inkrafttreten von Nichthandeln wird das Begehren dämpfen und innerste Ruhe erreichen.

 

 

 

16 Returning to Constancy

b 03-06 The Beings’ Homecoming to the Origin

 

All beings grow at once, but

I contemplate thereby their homecoming;

for creatures, divers and varied, though:

they all return home to their origins.

 

 

[ Cyclic and eternal is the rhythm of Dào, growing and returning are the destiny of creatures: from contemplation to constancy, from reflection to release.

 

[ All variety of entities, every single one amidst the myriads, will return: back to the roots, home to the origin, into the pivot of potentiality, home to the safe bosom of Nothingness.

[ "The teaching of the eternal returning, from activity to inactivity, is the basic doctrine of Dàoísm" Lin Yutang, s. ch. 25, 37, 40

 

16 Heimkehr zur Beständigkeit

b 03-06 Der Wesen Heimkehr zum Ursprung

 

Abertausend Wesen erscheinen alsbald, doch

ich erschaue dabei bereits ihre Heimkunft;

denn die höchst unterschiedlichen Geschöpfe:

alle kehren wieder heim zu ihrem Ursprung.

 

[ Zyklisch und ewig ist der Rhythmus des Dào, wachsen und zurückkehren ist die Bestimmung der Geschöpfe: von der Besinnlichkeit zur Beständigkeit, von der Betrachtung zu Befreiung.

[ Alle Vielfalt der Wesen, jedes Einzelne unter den Myriaden, wird zurückkehren: zurück zu den Wurzeln, heim zum Ursprung, in den Dreh- und Angelpunkt der Potentialität, heim in den sicheren Schoß des Nichts.

[ "Die Lehre von der ewigen Rückkehr, von der Aktivität zur Inaktivität, ist die Grundlehre des Dàoismus." Lin Yutang. s. Kap. 25, 37, 40.

 

16 Returning to Constancy

c 07-10 Calmness, Homecoming; Constancy, Clear-sightedness

 

Returning to the roots means calmness... 16,07

 

[ When the changeable things change over... to the calm anchor of Non-Being, it might be called the destiny of Being Heidegger 16,07-10

[ Awareness of timelessness means clearsightedness  and embracing the encompassing. (Jaspers) 16,07-10

 

[ They who fully penetrate to the ultimate emptiness and "negativity" – and attain the Eternal of entities of the Way; ch. 52 they will ultimately not be exhaustible.

 

[ Hence, the Dào, since it ultimately cannot be exhausted, brings about longevity. Cf. Lǎozĭ's variation in ch. 33: 死而不亡者壽 sǐ érbù wáng zhě shòu = dying, yet no doomlongevity! 16,18 

[ Avoiding several Christianized or poetically romanticised interpretations, 沒身不殆 mò shēn bù dài simply means: the end of our Self as person is no danger or threat – in light of returning: home to the root of nothingness, feeling secure in Dào.

 

[ More poetical: "Those who endure in Dào, will dive into the depth without danger." Schwarz 1980 p. 66; 16,19

 

 

 

 

 

 

 

16 Heimkehr zur Beständigkeit

c 07-10 Gelassenheit, Heimkunft; Beständigkeit, Klarsicht

 

Rückkehr zu den Wurzeln heißt Gelassenheit ... 16,07

 

[ Wenn alles Wechselhafte überwechselt in den Ruhepol des Nicht-Seins, mag es die Bestimmung des Seins genannt werden Heidegger 16,07-10

[ Bewusstheit der Zeitlosigkeit bedeutet Klarsicht und  Umarmung der äußersten Umgreifenden(Jaspers) 16,07-10

 

[ Wer vollends in die letztgültige Leere und "Negativität" eindringt – und das Immerwährende der Wesenheiten (des Weges: Kap. 52) erlangt, wird schlussendlich nicht erschöpfbar.

[ Somit bringt das Dào, da letztlich nicht zu erschöpfen, Langlebigkeit zu Wege. Vgl. Lǎozĭ's Variation in Kap. 33: 死而不亡者壽 sǐ érbù wáng zhě shòu = sterben, doch ohne Untergang Langlebigkeit! 16,18

[ Unter Vermeidung mancherlei christianisierter oder poetisch romantisierter Deutungen, 沒身不殆 mò shēn bù dài bedeutet einfach: das Ende unseres Selbsts als Person ist keine Gefahr oder Bedrohung – angesichts der Rückkehr: heim zu den Wurzeln des Nicht-Seins, in der Geborgenheit des Dào Wáng Bì 王弼. 19

[ Poetischer: "Wer in Dào durchlebt, wird ohne Gefahr in die Tiefe eintauchen." Schwarz 1980 p. 66. 16,19

 

 

 

 

 

 

 

16 Returning to Constancy

d 11-17 Constancy, Tolerance, Impartiality, Grandeur: Heavenly Dào

 

Being all-encompassing leads to impartiality,

impartiality leads to kingliness,

kingliness leads to Heavenliness,

Heavenliness leads to Dào 16,11-17

 

 After this brief warning, Lǎozĭ has a second positive Domino dialectics Kalinke: beginning with the consciousness of constancy, the sage or, respectively, the wise ruler will develop the psychological dimensions of "leading to" ultimate tolerance, as well as impartiality, kingliness, and heavenliness kingly and heavenly statures – leading at the end of all days to Dào. 16,13-17

 

 

 

 

 

 

16 Heimkehr zur Beständigkeit

d 11-17 Beständigkeit, Duldsamkeit, Unparteilichkeit, Größe: Himmlisches Dào

 

Allumfassend sein macht unparteiisch,

Unparteilichkeit führt zu königlicher Haltung,

königliche Haltung zu Himmlischkeit,

Himmlischkeit führt zum Dào. 16,11-17

 

 Nach dieser kurzen Warnung lässt Lǎozĭ eine zweite positive "Domino-Dialektik" Kalinke folgen: beginnend mit dem Bewusstsein der Beständigkeit, wird der Weise beziehungsweise der weise Herrscher die psychologische Dimension "führt zu" letztgültiger Duldsamkeit entwickeln, ebenso Unparteiischkeit, Königlichkeit und Himmlischkeit als königliches und himmlisches Format – dies alles führt am Ende aller Tage zum Dào. 16,13-17

 

 

 

 

 

16 Returning to Constancy

e 18-19 Death without Danger: Immortality!

 

Dào leads to longevity:

the loss of the body is no threat! 16,18-19

 

[ Exceptionally, Dào does not constitute here the "last word" in the chain of conclusions: Dào itself also leads to something...

[ They who fully penetrate to the ultimate emptiness and "negativity" – and attain the Eternal of entities of the Way; ch. 52 they will ultimately not be exhaustible.

 

[ Hence, the Dào, since it ultimately cannot be exhausted, brings about longevity. Cf. Lǎozĭ's variation in ch. 33: 死而不亡者壽 sǐ érbù wáng zhě shòu = dying, yet no doomlongevity! 16,18 

[ Avoiding several Christianized or poetically romanticised interpretations, 沒身不殆 mò shēn bù dài simply means: the end of our Self as person is no danger or threat – in light of returning: home to the root of nothingness, feeling secure in Dào.

 

[ More poetical: "Those who endure in Dào, will dive into the depth without danger." Schwarz 1980 p. 66; 16,19

 

 

16 Heimkehr zur Beständigkeit

e 18-19 Tod ohne Gefahr: Unvergänglichkeit!

 

Das Dào führt zu Langlebigkeit:

der Verlust des Körpers ist keine Gefahr! 16,18-19

 

[ Ausnahmsweise stellt Dào hier nicht das "Letzte Wort" dar in der Kette von Schlussfolgerungen: Dào selbst führt auch zu etwas...

[ Wer vollends in die letztgültige Leere und "Negativität" eindringt – und das Immerwährende der Wesenheiten (des Weges: Kap. 52) erlangt, wird schlussendlich nicht erschöpfbar.

[ Somit bringt das Dào, da letztlich nicht zu erschöpfen, Langlebigkeit zu Wege. Vgl. Lǎozĭ's Variation in Kap. 33: 死而不亡者壽 sǐ érbù wáng zhě shòu = sterben, doch ohne Untergang Langlebigkeit! 16,18

[ Unter Vermeidung mancherlei christianisierter oder poetisch romantisierter Deutungen, 沒身不殆 mò shēn bù dài bedeutet einfach: das Ende unseres Selbsts als Person ist keine Gefahr oder Bedrohung – angesichts der Rückkehr: heim zu den Wurzeln des Nicht-Seins, in der Geborgenheit des Dào Wáng Bì 王弼. 19

[ Poetischer: "Wer in Dào durchlebt, wird ohne Gefahr in die Tiefe eintauchen." Schwarz 1980 p. 66. 16,19

 

 

17 Considerate Leadership

a 01-04 Known, Praised, Feared, Despised

 

Highest on top: down here they only know: they exist! 17,01

 

[ Highest rulers are invisible like the Dào: mature rulers lead unobtrusively in the background – leadership without interference 無為 wú wéi, teaching without words...

[ Only here does trust prevail, as a reciprocal, precious and subtle feeling of connection. 17,01

 

 

 

17 Bedachtsame Herrschaft

a 01-04 Bekannt, gepriesen, gefürchtet, verachtet

 

Von Höchsten oben weiß man unten nur: es gibt sie! 17,01

 

[ Höchste Herrscher sind unsichtbar wie das Dào: reife Herrscher leiten unaufdringlich im Hintergrund – Führung ohne einzugreifen  wú wéi, Lehren ohne Worte ...

[ Nur hier herrscht Vertrauen, als ein gegenseitiges, kostbares und feinsinniges Gefühl der Verbundenheit. 17,01

 

 

17 Considerate Leadership

b 05-05 Confidence or Suspicion

 

Little trust to give, little trust to get! 17,05

 

[ Trust must also be set as an example: by the ruler Where there is no trust, there is suspicion.

[ Trust, as a reciprocal, precious and subtle feeling of connection, like every creature's trust into Dào itself, can easily be destroyed, changing into the absence of all credibility.

 

 

 

 

17 Bedachtsame Herrschaft

b 05-05 Vertrauen oder Verdacht

 

Wenig Vertrauen entfalten, wenig Vertrauen erhalten! 17,05

 

[ Auch Vertrauen muss vom Herrscher vorgelebt werden: Wo das Vertrauen fehlt, spricht der Verdacht.

[ Vertrauen, als ein gegenseitiges, kostbares und feinsinniges Gefühl der Verbundenheit, wie aller Kreaturen Vertrauen in das Dào selbst, kann leicht zerstört werden, zur Abwesenheit aller Glaubwürdig-keit hinüberwechseln.

 

 

 

17 Considerate Leadership

c 06-08 Like Done of its Own Volition

 

"We did it ourselves... spontaneously!" 17,08

 

[ After tasks were achieved and works completed by unobtrusive non-interference, then people interpreted everything as natural and spontaneous, as if done by themselves! 17,06-08

 

 

 

 

 

 

 

 

17 Bedachtsame Herrschaft

c 06-08 Wie von selbst getan

 

"Wir taten es selbst ... ganz spontan!" 17,08

 

[ Nachdem die Aufgaben durch unaufdringliches Nicht-Eingreifen erledigt und die Werke vollendet waren, deuteten die Leute dann alles als natürlich und spontan, als ob durch sie selbst getan. 17,06-08

 

 

 

 

 

 

 

 

18 The Omen of Decay

a 01-04 Righteousness, Hypocrisy, Obedience, Patriotism

 

Great Dào abandoned:

humaneness and righteousness emerge.

Shrewdness and sophistry arise:

there is great hypocrisy. 18,01-02

 

[ The break in symmetry of the primordial Dào had initiated the evolution of things in the physical universe, as well as, later on, the differentiation of values in the social world.

[ The circular Dào reprobates to rectilinear rectitude or righteousness. Abbot concerning civilization and culture. Beauty and ugliness originate from the same source. ch. 2

 

[ Already inside the social core unit, the family, corresponding patters determine the role behavior of the basic relationships, euphemistically expressed as piety and benevolence, embedded in rites and constraints. 18,03

 

[ At the summit of the state, the renunciation of the Dào will all the more so result in the loss the art of leadership without interference and in the moral confusion of the ruler. 18,04

[ Hence, to avoid chaos, he will adopt desperate measures to force law and order; thereby, the ruler's surveillance apparatus and the subsequent evasive behavior of the subjects Wagner form a never-ending spiral. 18,04

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

18 Zeichen des Verfalls

a 01-04 Rechtschaffenheit, Heuchelei, Gehorsam, Patriotismus 

 

Ist das große Dào verlassen, so tauchen auf

Menschlichkeit und Rechtschaffenheit.

Treten Scharfsinn und Spitzfindigkeit auf,

entsteht große Heuchelei. 18,01-02

 

[ Der Symmetriebruch des uranfänglichen Dào hatte die Evolution der Dinge im physikalischen Universum in Gang gesetzt, und später ebenso die Ausdifferenzierung der Werte in der sozialen Welt.

[ Zivilisation und Kultur betreffend, verkommt das zirkelhafte Dào zu geradliniger Rechtschaffenheit. Abbot Schönheit und Hässlichkeit entstammen der gleichen Quelle. Kap. 2

[ Bereits innerhalb der soialen Kerneinheit, der Familie, bestimmen entsprechende Muster das Rollenverhalten elementarer Beziehungen beschönigt als Frömmigkeit und Wohlwollen, eingebettet in Riten und Beschränkungen. 18,03

[ Umso mehr wird an der Spitze des Staates der Abfall vom Dào die Kunst der Leitung ohne einzugreifen verlieren und zur sittlichen Verwirrung des Herrschers führen.

[ Daher wird er, um Chaos zu vermeiden, verzweifelte Maßnahmen ergreifen, Recht und Ordnung zu erzwingen; der Überwachungsapparat des Herrschers und das anschließende Ausweichverhalten der Untertanen Wagner bilden dabei eine endlose Spirale. 18,04

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

19 Freedom through Modesty

a 01-06 Leave Punditry, Morality, and Self-interest!

 

Renounce sanctuaries, discard bookishness...

Abandon benevolencereject righteousness...

Renounce craftiness, reject profit... 19,01+03+05

 

 

[ The, at first glance, surprisingly uncompromising demands in ch. 19 are easier to understand as:

[ Continuation of and unity with ch. 18 & 20.01.

[ Ironic and consistent criticism of Confucian values, unmasking their renunciation of the Dào of Nature;

[ The pseudo-wisdom of a selfish ruler and a dominant class: their sanctimoniousness, cunning, and erudition must be abolished for the true wisdom of "Holy Simplicity".

 

[ Let the people rediscover the manifold of benefits of living their : the Inner Power of innocent simplicity